Legal 500: Was ist das und wie kommt Ihre Kanzlei hinein?
The Legal 500 — im deutschen Markt meist kurz „Legal 500“ — gehört zu den Legal Rankings, nach denen Mandanten, Journalistinnen und Nachwuchsjuristen eine Kanzlei einordnen. Es ist zugleich ein Kanzleiranking und ein Anwaltsranking: Bewertet werden Praxisgruppen und einzelne Berufsträger. Diese Seite erklärt, was Legal 500 ist, wie die Bewertung zustande kommt und was eine Kanzlei tun muss, um aufgenommen zu werden.
Was ist Legal 500?
Legal 500 wurde 1987 von John Pritchard gegründet — nach eigener Darstellung „as the original clients‘ guide to law firms, the first of its kind“. Heute beschreibt sich Legal 500 als Plattform, die Anbieter und Nutzer von Rechtsdienstleistungen „in over 100 countries worldwide“ erfasst.
Legal 500 ist kein Verzeichnis, in das man sich einträgt, sondern eine redaktionelle Marktuntersuchung. Die Rankings sind nach Angaben von Legal 500 vergleichende Bewertungen innerhalb eines definierten Rechtsmarkts und Rechtsbereichs: Bewertet wird nicht nach einer festen Formel, sondern im Verhältnis zu den anderen Kanzleien, die im selben Markt tätig sind. Die Teilnahme ist kostenfrei — „Law firms appear in the editorial sections of Legal 500 free of charge.“
In welchen Märkten Legal 500 rankt
Für den deutschen Markt führt Legal 500 eine eigene Länderlinie — Legal 500 Deutschland — und sogar eine eigene deutschsprachige Website unter legal500.de. Österreich und die Schweiz laufen dagegen als eigene Jurisdiktionen innerhalb der europäischen Abdeckung.
Legal 500 ist kein einzelnes Ranking, sondern eine Familie regionaler Linien. Für eine international tätige Kanzlei heißt das: Sie kann in mehreren Linien parallel gerankt sein — muss dafür aber in jeder einzeln einreichen, zu unterschiedlichen Fristen.
Wie kommt die Bewertung zustande?
Die Submission. Die Kanzlei reicht ein strukturiertes Dokument ein: Mandate des Berichtszeitraums, Kanzleigröße, Zu- und Abgänge, Praxisgruppen und die eigene Positionierung gegenüber Wettbewerbern.
Die Client Referees. Die Kanzlei benennt Mandanten, die Auskunft über die Zusammenarbeit geben. Ob daraus verwertbare Rückmeldungen werden, entscheidet sich vorher: Referees, die nicht wissen, dass die Anfrage kommt und worauf es ankommt, antworten häufig gar nicht.
Legal 500 weist ausdrücklich darauf hin, dass nicht jede dieser Quellen in jedem Forschungszyklus für jede Kanzlei zur Verfügung steht. Die Einstufung erfolgt auf Basis der insgesamt verfügbaren Belege.
Wonach Legal 500 bewertet
Die Researcher beurteilen Kanzleien und einzelne Berufsträger anhand qualitativer und vergleichender Faktoren. Legal 500 nennt in der eigenen Methodik als Faktoren, die einfließen können („which may include“), unter anderem:
- fachliche Expertise im jeweiligen Rechtsbereich
- Komplexität und Qualität der Mandate
- Stärke und Tiefe des Teams
- Breite der Abdeckung innerhalb des Rechtsbereichs
- Branchenexpertise
- Stärke der Mandantenbasis und langfristige Mandatsbeziehungen
- Sichtbarkeit im Markt, Markenstärke und Reputation
- Positionierung im Vergleich zum Wettbewerb
- angrenzende und praxisübergreifende Fähigkeiten
- internationale und grenzüberschreitende Expertise
- Innovation, Legal Tech und Art der Leistungserbringung
Gewichtung und Relevanz der Kriterien und Evidenzquellen können sich laut Legal 500 je nach Ranking-Linie und Markt unterscheiden („may vary according to the ranking product and market being researched“). Quelle: Legal 500 Research Methodology
Was die Tiers bedeuten
Die Ergebnisse werden je Land und Rechtsbereich in Stufen — Tiers — veröffentlicht. Tier 1 bezeichnet die Spitzengruppe des jeweiligen Rechtsbereichs, darunter folgen weitere Stufen. Innerhalb einer Stufe werden die Kanzleien nach Angaben von Legal 500 alphabetisch gelistet — „firms are ranked alphabetically within tiers“. Die sichtbare Reihenfolge innerhalb eines Tiers ist damit keine Rangfolge.
Legal 500 veröffentlicht keine feste Definition, ab wann eine Kanzlei in welches Tier gehört — die Einstufung ergibt sich aus dem Vergleich innerhalb des jeweiligen Marktes. Neben den Kanzlei-Tiers werden einzelne Berufsträger in vier Kategorien gerankt; Legal 500 nennt sie in den EMEA-Guidelines „hall of fame, leading partner, next generation partners and leading associates“. Die Guidelines nennen dafür jeweils mehrere Anhaltspunkte nebeneinander — für Leading Partner etwa „at least five years as a partner“, dazu „lead roles on multiple significant matters“, „widespread recognition by market peers“ und „exceptional client endorsements“. Die Jahresangabe ist also nur einer von vier Punkten, nicht die Eintrittskarte; für Next Generation Partners lautet sie „up to five years as a partner“.
Vorteile einer Platzierung im Legal 500
- Legal 500 ist eines der Rankings, nach denen Kanzleien im deutschsprachigen Raum regelmäßig gefragt werden. Nach unserer Erfahrung erleichtert eine Platzierung Gespräche über neue Mandate — belastbare Zahlen zum Effekt veröffentlicht Legal 500 nicht.
- Legal 500 beschreibt seine Reichweite mit „over 100 countries worldwide“. Die Zahl bezieht sich auf die Plattform insgesamt, nicht auf die Anzahl der Ranking-Linien; auch kleinere Jurisdiktionen und spezialisierte Praxisgruppen sind abgedeckt.
- Für den deutschen Markt besteht seit vielen Jahren eine eigenständige deutschsprachige Linie.
- Die Work Highlights sollen grundsätzlich in ein Zwölf-Monats-Fenster fallen — im EMEA-Zyklus 2027 „between August 2025 and July 2026“. Für eine Ersteinreichung in einem Rechtsbereich lässt Legal 500 ausdrücklich mehr zu und empfiehlt, „several examples from the previous two years, as well as at least 10 new examples of work“ aufzunehmen. Auch sonst gilt das Fenster nicht starr: „If you think older work is significant … then please do mention it and explain why it is of interest.“ Ein Ranking beim ersten Anlauf bleibt trotzdem die Ausnahme, wie die Kundenstimmen weiter unten zeigen.
Neu im Zyklus 2027: US State Rankings
Legal 500 kündigt für die Ausgabe 2027 einen „enhanced US coverage framework“ an. Neu ist genau eine Ranking-Linie: US States, die nach Angaben von Legal 500 „six major US legal markets“ abdeckt — Kalifornien, Florida, Illinois, Massachusetts, New York und Texas. Die Einreichungsfrist dafür ist der 30. September 2026, die Research-Phase läuft von September bis Dezember 2026. Der Nationwide-Guide erhält zusätzlich zwei neue Sektionen, die Legal 500 in der Rechtsbereichsliste ausdrücklich als „NEW SECTION“ kennzeichnet: Whistleblower representation und Food and Agriculture.
Für Kanzleien mit US-Bezug heißt das: Die Anforderungen je Einreichung ändern sich nicht — es kommen Einreichungen hinzu. Die vollständige Analyse finden Sie unter Legal 500 US State Rankings 2027.
Legal 500 oder Chambers — was ist der Unterschied?
Beide werden im Markt nebeneinander verwendet; welches Ranking im Einzelfall mehr zählt, hängt von Rechtsgebiet und Mandantenkreis ab. Die praktischen Unterschiede:
- Bewertung einzelner Berufsträger: Beide Rankings bewerten nicht nur Kanzleien, sondern auch einzelne Anwältinnen und Anwälte — Legal 500 nennt in der eigenen Methodik ausdrücklich „firms, chambers and individual lawyers“ — „chambers“ meint dort Barrister-Chambers, für die Legal 500 einen eigenen UK-Bar-Guide führt, nicht den Ranking-Anbieter Chambers and Partners. Nach unserer Erfahrung ist das für Boutiquen und kleinere Einheiten der praktisch wichtigere Hebel: Die persönliche Reputation eines Partners trägt oft schneller als die Breite einer ganzen Praxisgruppe. In großen Kanzleien lässt sich damit eine Praxisgruppe sichtbar machen, die für ein Kanzlei-Tier noch zu dünn besetzt ist.
- Fristenlogik: Chambers verteilt die Praxisgruppen über das Jahr, Legal 500 bündelt sie pro Land und Linie.
Für die meisten Kanzleien ist die Frage nicht „entweder oder“. Beide verlangen eigene Einreichungen mit unterschiedlicher Struktur — und beide werden von Mandanten geprüft.
Was bei Legal 500 herausfordernd ist
- Alle Praxisgruppen eines Landes werden zu einem Termin abgegeben. Das bindet die gesamte Kanzlei gleichzeitig — anders als bei Chambers, JUVE oder Leaders League, die über das Jahr verteilen.
- Wer in mehreren Linien vertreten ist, hat mehrere Fristen und mehrere Formulare parallel zu bedienen.
- Nach unserer Erfahrung ist die Bedienung des überarbeiteten Portals gewöhnungsbedürftig.
Für die Falldarstellungen in der Einreichung hat sich branchenweit der Begriff Work Highlights eingebürgert, für die einzelnen Falltexte Matter-Beschreibungen. Sie entscheiden mehr über das Ergebnis als die schiere Zahl der eingereichten Mandate — bei Legal 500 ebenso wie bei Chambers.
Fristen für die Legal-500-Einreichung
Legal 500 veröffentlicht die Termine je Ranking-Linie im eigenen Legal 500 Research Schedule. Im Markt sind dafür die englischen Begriffe gebräuchlich — gesucht wird nach Legal 500 Deadlines und Legal 500 Submission Deadlines, kaum nach „Legal 500 Fristen“. Wir führen die Termine aller relevanten Legal Directories — Chambers, Legal 500, JUVE, IFLR1000, IAM und weitere — länderweise auf unserer Deadlines-Übersicht zusammen.
Die Einreichfristen ändern sich jedes Jahr und unterscheiden sich je Linie und Land. Eine laufend gepflegte Übersicht über alle Legal-500-Termine sowie die Fristen von Chambers, JUVE, IFLR1000, IAM und weiteren Rankings finden Sie in unserer Deadlines-Übersicht.
Häufige Fragen zu Legal 500
Muss man bezahlen, um in Legal 500 aufgenommen zu werden?
Nein. Teilnahme und Platzierung sind kostenfrei. Legal 500 verkauft daneben Werbe- und Profilprodukte; diese sind laut Guidelines von den redaktionellen Abschnitten getrennt („Any queries regarding directory listings (ie paid-for advertising entries) should be addressed to…“).
Wie kommt meine Kanzlei in Legal 500?
Über zwei Dinge, die beide stimmen müssen: eine fristgerechte Submission mit belastbar beschriebenen Mandaten und eine Liste von Client Referees, die auf die Anfrage vorbereitet sind. Die Researcher gleichen beides miteinander ab.
Kann auch eine kleinere Kanzlei gerankt werden?
Legal 500 bewertet nach eigener Darstellung vergleichend innerhalb eines definierten Marktes und Rechtsbereichs, nicht nach einer festen Formel. Die Kriterienliste enthält Punkte, die kleineren Einheiten entgegenkommen — Qualität und Komplexität der Mandate, Branchenexpertise, Stärke der Mandantenbeziehungen —, aber ausdrücklich auch Stärke und Tiefe des Teams sowie die Breite der Abdeckung im Rechtsbereich. Größe ist also kein Ausschlusskriterium, aber auch kein Nebenaspekt. Wie sich das im Einzelfall auswirkt, hängt davon ab, wie dicht der jeweilige Markt besetzt ist.
Wie wir Sie bei der Legal-500-Einreichung unterstützen
Der Ablauf in sechs Phasen
Eine Legal-500-Einreichung ist kein Formular, das man an einem Nachmittag ausfüllt. So sieht der Zyklus bei uns aus:
Was nach der Einreichung passiert
Zwischen Abgabe und Veröffentlichung liegen Monate — und in dieser Zeit entscheidet sich mehr, als viele Kanzleien vermuten. Wir begleiten die Einreichung bis zur und nach der Veröffentlichung. Konkret heißt das:
Dazu kommt das laufende Projektmanagement: Wir erinnern höflich, aber bestimmt daran, welches Feedback noch bei Ihnen liegt, und sagen Ihnen jederzeit, wie viel Zeit bis zur Deadline bleibt. Den Projektstatus können Sie jederzeit einsehen.
Was Kanzleien über die Zusammenarbeit sagen
Wir arbeiten für internationale Großkanzleien ebenso wie für spezialisierte Boutiquen und Einzelanwältinnen. Eine Auswahl:
„Law Business hat uns bei Einreichungen für JUVE, Chambers und Legal 500 unterstützt. Die Zusammenarbeit war sehr professionell… Wir können Law Business uneingeschränkt empfehlen.“
DLA Piper Germany
Ann-Christin Vollbrecht · Communication
„Law Business hat uns geholfen, eine Verbesserung bei Chambers und einen Ersteintritt bei Legal 500 zu erzielen…“
Braun-Dullaeus Pannen Emmerling
Dr. Friedrich Emmerling · Partner
„Gleich bei unserer allerersten Einreichung haben wir durch Law Business eine Platzierung in Legal 500 erreicht! Das ist schon außergewöhnlich…“
Bahl & Co. — Netherlands
Manish Bahl · Managing Partner
„Wir wurden gleich bei unserer allerersten Einreichung erstmals sowohl in Legal 500 als auch in IAM 1000 gerankt! Das gelingt Kanzleien selten.“
Kutzenberger Wolff & Partner
Jan Pieter Loock · Equity Partner
„Hervorragende Unterstützung gleich ab unserer ersten Zusammenarbeit, um unsere Erstplatzierung in JUVE und Legal 500 zu erreichen.“
PFR Attorneys
Dr. Bernd Fletzberger · Managing Partner
„Wenn eine Kanzlei sich ernsthaft mit Rankings beschäftigen will, empfehle ich definitiv, das Law Business Team hinzuzuziehen — man spart viel Zeit und Frustration.“
Niederer Kraft & Frey
Clara-Ann Gordon · Partner & Co-Head Technology
Wie Law Business Kanzleien seit 2004 unterstützt
Law Business begleitet seit 2004 Rechtsanwalts- und Patentanwaltskanzleien bei Einreichungen in Legal Directories — von der Ein-Personen-Boutique bis zur Großkanzlei. Bei Legal 500 übernehmen wir den gesamten Zyklus: Auswahl der Rechtsbereiche, Matter-Beschreibungen, Referee-Management und die fristgerechte Abgabe. Und die Betreuung endet nicht mit der Einreichung, sondern läuft bis zur Veröffentlichung weiter.
Unsere Leistungen für Ranking-Einreichungen ansehen
Legal 500 oder Chambers — oder beides?
Die beiden Rankings folgen unterschiedlichen Logiken: Legal 500 ordnet vergleichend im Markt ein, Chambers and Partners vergibt Bänder von 1 bis 7 und rankt dabei Praxisgruppen statt ganzer Kanzleien. Was das im Einzelnen bedeutet — und wie eine Chambers-Einreichung abläuft — steht auf unserer Chambers-and-Partners-Seite.
Das Standardwerk zu Kanzlei-Rankings kommt von uns
Law Business Managing Partner Alexander Dillinger hat „in Kooperation mit prominenten Rankings wie Chambers, Legal 500 und ThomsonReuters im C H Beck / Manz / Stämpfli Verlag das weltweit erste Buch zum Thema Kanzlei-Rankings – der ‚Kompass Kanzlei-Rankings‘ geschrieben.“
Über diesen Beitrag
Mag. Alexander Dillinger, Managing Partner von Law Business. In der Rechtsbranche seit 2004, zuvor Leiter Business Development & Marketing bei Wolf Theiss und DORDA. Autor des „Kompass Kanzlei-Rankings“, erschienen bei C. H. Beck, MANZ und Stämpfli — mit Beiträgen von Chambers and Partners, The Legal 500 und Thomson Reuters.
Die Angaben zu Legal 500 auf dieser Seite sind an den Originalquellen von legal500.com geprüft, zuletzt am 6. August 2026; die belegten Stellen sind als Zitat gekennzeichnet. Fällt Ihnen ein Fehler auf, schreiben Sie uns — wir korrigieren ihn.