Best Lawyers und Handelsblatt Best Lawyers: Was ist das?
Best Lawyers ist ein Anwaltsranking, das ausschließlich auf der Bewertung durch andere Anwälte beruht. Die deutschsprachige Ausgabe erscheint jedes Jahr im Juni beim Handelsblatt und deckt Deutschland, Österreich und die Schweiz ab. Anders als bei Chambers oder Legal 500 gibt es kein Einreichungsformular und keine Mandatsbeschreibungen: Es wird abgestimmt, nicht eingereicht. Diese Seite erklärt, wie das Verfahren abläuft und was eine Kanzlei tun kann.
Das Wichtigste in Kürze
- 1Abstimmung statt EinreichungDie Anerkennung beruht nach Angaben von Best Lawyers vollständig auf Peer Review — abgestimmt wird von Anwältinnen und Anwälten, die selbst in der laufenden Ausgabe gelistet sind.
- 2Teilnahme kostet nichtsBest Lawyers schreibt, dass niemand eine Gebühr zahlen darf, um am Verfahren teilzunehmen oder aufgenommen zu werden. Der Abdruck in den Partnerpublikationen erfolgt kostenfrei.
- 3Termine liegen im WinterFür die deutsche Ausgabe 2028 endet die Nominierungsfrist am 18. Dezember 2026, die Abstimmung läuft vom 11. Januar bis 26. Februar 2027, veröffentlicht wird am 10. Juni 2027.
So funktioniert Best Lawyers
So läuft das Verfahren
Fünf Schritte- Best Lawyers nennt fünf Schritte: Nominierung, Peer Review, Auswertung der Rückmeldungen, Prüfung der Zulassungsvoraussetzungen, Veröffentlichung.
- Die Anerkennung beruht nach eigener Darstellung „entirely on peer review" — es fließen keine eingereichten Unterlagen ein.
- Für die deutsche Ausgabe 2027 nennt Best Lawyers 383.742 einzelne Bewertungen allein in diesem Zyklus.
Wer abstimmt und worüber
Die eine Frage- Stimmberechtigt ist, wer selbst gelistet ist: Anwältinnen und Anwälte der laufenden Ausgabe wählen für die kommende.
- Die Frage lautet sinngemäß: Wenn Sie ein Mandat nicht selbst übernehmen könnten, wie wahrscheinlich würden Sie es an diese Person weitergeben? Bewertet wird von 1 bis 5, Halbpunkte sind möglich.
- Die Stimmzettel sind auf Rechtsgebiet und Region der abstimmenden Person zugeschnitten, vertraulich, und niemand darf sich selbst bewerten.
Nominierung
Wer darf vorschlagen- Wer bereits gelistet ist, wird automatisch erneut nominiert — eine eigene Handlung ist dafür nicht nötig.
- Die Zahl der Nominierungen hat nach Angaben von Best Lawyers keinen Einfluss auf die Aufnahme; eine Nominierungskampagne bringt also nichts.
- Hier widersprechen sich die Quellen: Die Methodikseite erlaubt Selbstnominierung ausdrücklich, das ausführliche Methodik-Papier rät davon ab, und das Handelsblatt schließt Eigenvorschläge für die deutsche Ausgabe aus.
Kosten
Was bezahlt wird und was nicht- Für die Aufnahme darf keine Gebühr verlangt oder gezahlt werden — das schreibt Best Lawyers ausdrücklich.
- Gelistete erscheinen kostenfrei in den regionalen Magazinen und Partnerpublikationen.
- Kostenpflichtig sind ausschließlich zusätzliche Marketingprodukte für bereits Gelistete. Preise nennt Best Lawyers dafür nicht öffentlich.
Auszeichnungen
Anwalt des Jahres, Ones to Watch- „Lawyer of the Year" geht jährlich an eine einzelne Person je Rechtsgebiet und Region. In der deutschen Ausgabe 2027 sind es 226 Auszeichnungen.
- „Ones to Watch" erfasst den Berufsnachwuchs: Best Lawyers nennt drei bis neun Berufsjahre, das Handelsblatt drei bis acht.
- Nominiert werden können nur Berufsträger in Kanzleien; Syndikusanwältinnen und -anwälte nimmt Best Lawyers nicht auf.
Die Handelsblatt-Ausgabe
Deutschland, Österreich, Schweiz- Die Liste wird exklusiv für das Handelsblatt erstellt und deckt Deutschland, Österreich und die Schweiz ab; die Partnerschaft besteht nach Angaben von Best Lawyers seit 17 Jahren.
- Die Ausgabe 2027 führt 7.086 Berufsträger in 87 Rechtsgebieten aus 1.348 Kanzleien — nach Angaben von Best Lawyers die oberen vier Prozent der Anwaltschaft in Deutschland.
- Für Österreich sind es 500 Anwältinnen und Anwälte aus 175 Kanzleien in 47 Rechtsgebieten, etwa die oberen acht Prozent.
Häufige Fragen
Kann man sich bei Best Lawyers bewerben?
Nicht im Sinne einer Einreichung. Es gibt kein Formular mit Mandatsbeschreibungen wie bei Chambers oder Legal 500. Nominierungen sind über die Website oder per E-Mail möglich, und wer bereits gelistet ist, wird automatisch erneut nominiert. Ob die Aufnahme gelingt, entscheidet allein die Abstimmung unter den gelisteten Anwältinnen und Anwälten.
Kostet die Aufnahme etwas?
Nein. Best Lawyers schreibt, dass für die Teilnahme am Verfahren oder die Aufnahme keine Gebühr gezahlt werden darf. Der Abdruck in den Partnerpublikationen ist kostenfrei. Kostenpflichtig sind nur zusätzliche Marketingprodukte, die bereits Gelisteten angeboten werden.
Bringt es etwas, viele Nominierungen zu sammeln?
Nein. Best Lawyers hält ausdrücklich fest, dass weder die Person des Nominierenden noch die Zahl der eingegangenen Nominierungen Einfluss auf die Aufnahme hat. Entscheidend sind die Bewertungen im Peer Review.
Wann muss eine Kanzlei aktiv werden?
Für die deutsche Ausgabe 2028 endet die Nominierungsfrist am 18. Dezember 2026. Die Abstimmung läuft vom 11. Januar bis zum 26. Februar 2027, die Veröffentlichung ist für den 10. Juni 2027 vorgesehen. Wer im Verfahren vorkommen will, muss also im Dezember nominiert sein.
Warum heißt dieselbe Liste einmal 2026 und einmal 2027?
Best Lawyers zählt die im Juni 2026 veröffentlichte Ausgabe als „2027 edition", das Handelsblatt bezeichnet dieselbe Liste als „Beste Anwälte des Jahres 2026". Beim Zitieren der Auszeichnung lohnt sich deshalb ein Blick darauf, welche Zählung gemeint ist.
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