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JUVE untersucht Verstoß gegen redaktionelle Standard

JUVE untersucht den Verstoß gegen die eigenen Redaktionsstandards.

JUVE hat am 17.4. einen Transparenzhinweis auf der eigenen Webseite publiziert. Darin heißt es u. a.: 

Wir mussten Anfang dieser Woche feststellen, dass durch ein Mitglied unserer Redaktion die internen redaktionellen Standards für die Erstellung und journalistisch unabhängige Bewertung in unseren Rankingpublikationen verletzt wurden.“

Und weiter: Mindestens einer Kanzlei wurde ein sie betreffender Bewertungseintrag vor Veröffentlichung zur Abstimmung vorgelegt„. JUVE schreibt ebenfalls, dass der Verlag „sofortige Konsequenzen“ gezogen hat, um solche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden. 

Konkret geht es darum, dass zumindest einer Kanzlei „ein sie betreffender Bewertungseintrag vor Veröffentlichung zur Abstimmung vorgelegt“ wurde. Verantwortlich dafür soll lt. JUVE ein Mitglied der JUVE Redaktion sein. Publiziert wurde dieses Ergebnis nicht.

JUVE fordert alle Kanzleien auf, Schreiben bez. redaktionellen Einträgen, die „zur Durchsicht und ggf. Ergänzung“ an Kanzleien zugesendet werden, an die JUVE-Chefredaktion zu melden.

Dass so etwas passiert, ist natürlich keine gute Nachricht für JUVE. Schließlich lebt JUVE wie alle Rechercherankings von der Objektivität der Ergebnisse. Dieser Vorfall wird auch ganz sicher Wasser auf die Mühlen derjenigen sein, die an Rankings ohnehin kein gutes Haar lassen.

Man muss aber schon sagen, dass JUVE mit der Transparenzmeldung einen sehr starken und mutigen Schritt gesetzt hat. Schließlich hätte man das auch aussitzen und wegschweigen können. Das wäre natürlich keine schöne Methodik gewesen, ist aber in der Realität ein oft erfolgreich angewendetes Mittel. Mir fallen auf Anhieb zumindest 4 „Rankings“ ein, von denen öffentlich bekannt ist, dass deren Ergebnisse falsch sind und die jedes Jahr trotzdem weiterhin klar falsche Ergebnisse – wie z. B. die Auszeichnung von Nichtjuristen – publizieren. Insofern zeigt sich auch hier der Unterschied von JUVE zu den erwähnten Publikationen.

Kanzleien könnten jetzt natürlich dazu tendieren, sich von JUVE abzuwenden. Das wäre meines Erachtens aber nicht angebracht. Schließlich hat JUVE wie erwähnt entsprechend gut reagiert. Auch haben wir im Markt übrigens eine kurze Umfrage gemacht und keinen Hinweis von der Kanzleiseite auf solche Mails bekommen. Es dürfte sich also tatsächlich um einen Einzelfall handeln.

Außerdem hat JUVE über die Jahre in Summe repräsentative Ergebnisse geliefert, wobei ich natürlich bei Weitem nicht allen Resultaten von JUVE zustimme. Den Markt kennend, weiß ich aber, dass zwischen der Webseite einer Kanzlei und deren Submission an die Rankings oft Welten liegen. 

JUVE könnte diese Dynamik nutzen und das „transparenteste“ Directory im Markt werden. Ganz sicher wird man bei JUVE wohl in nächster Zeit besonders auf Transparenz und Recherchetreue achten. . 

Für eine detaillierte Erklärung von Rankingarten sowie für die Bewertung von Kanzlei-Rankings darf ich auf den Law Firm Rankings Report verweisen.

Die Originalmeldung von JUVE: https://www.juve.de/markt-und-management/in-eigener-sache/ 

Über den Artikelverfasser: Law Business unterstützt Rechtsanwälte und Patentanwälte seit 2004. Unsere Kunden bezeichnen uns regelmäßig als Marktführer.

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